Bauformen analoger Synthesizer

 

Als erstes möchte ich hier die Modularen Analogsynthesizer nennen. Bei diesen Geräten ist jede der zuvor beschriebenen Baugruppen als einzelnes Modul mit allen nötigen Ein – und Ausgängen vorhanden. Man kann nun diese Module mit Kabeln beliebig miteinander verbinden und somit sehr ausgefallene Klänge erzeugen. Anfangs wiesen Modulare Synthesizer keine internen Vorverdrahtungen auf, wie es zum Beispiel beim System A 100 von Doepfer oder auch dem Selector System von Technosaurus vorkommt. Da bei diesen Synthesizern meist ein ziemliches Kabel Wirrwarr auf der Oberfläche herrscht haben sich einige Hersteller im Laufe der Zeit dazu entschlossen ihre Produkte mit sinnvollen internen Vorverdrahtungen auszustatten, die man wiederum durch einfaches stecken eines Kabels auf der Bedienoberfläche umgehen konnte wie zum Beispiel Korg MS 10, ARP 2600 oder das Moog Modularsystemen bei welchem man Steuerspannungen mittels Schiebeschaltern an den Half - Size Modulen über einen internen Bus verteilen kann. Ebenso das Roland System 700. Hierbei sind die einzelnen Gehäuse mit 6-poligen Cinch - Jones Steckern verbunden, welche unter anderem die Steuerspannungen von Keyboard und Sequenzer an die einzelnen Module verteilen. Andere Hersteller wie EMS und ARP statteten darüber hinaus ihre Geräte mit einer Modulationsmatrix aus. Diese bestand aus einem Steckfeld, wo man durch Stecken eines Stiftes eine Verbindung zwischen zwei Modulen herstellen konnte. Die englische Firma Analogue Solutions hat diese Bauweise mit ihrem „ Vostok Matrixsynth “, der 2002 auf dem Markt kam übernommen.

Da diese Modularen Riesen ziemlich teuer waren stellte man kleinere Geräte her, die man sich leisten konnte. Diese Geräte haben eine feste Verschaltung der einzelnen Baugruppen, die man in einigen Fällen bedingt umgehen kann. Die Standart – Synthesizerschaltung ist VCO – VCA – VCF. Das heißt der spannungsgesteuerte Oszillator erzeugt einen Ton der vom spannungsgesteuerten Verstärker solange unterdrückt wird bis man eine Taste am Keyboard drückt beziehungsweise bis ein Signal von einem angeschlossenen Sequenzer kommt. Anschließend durchläuft der Ton noch die Filtersektion, welche meist aus Hochpass -, Bandpass -, Tiefpass - und Notchfilter besteht. Dieser Aufbau wird in der Regel noch erweitert, indem man zwei oder drei Oszillatoren verwendet, die man bei Bedarf durch einen Ringmodulator schicken kann. Die Signale werden mit einen internen Mischer zusammengemischt und durchlaufen die Filtersektion und den Verstärker. Bei manchen Geräten steht für jeden Oszillator ein eigener Verstärker und eine eigene Filtersektion zur Verfügung. Darüber hinaus gibt es meist noch ADSR – Hüllkurven für Verstärker und Filter, Glide (Portamento) für die Oszillatoren, und Niederfrequenzoszillatoren für Oszillator (Vibrato), Verstärker (Tremolo) und Filter sowie die Möglichkeit zur Oszillatorsynchronisation. Größere Synthesizer verfügen auch über die Sample and Hold Schaltung, Waveshaper und interne Effekte. Außerdem lassen sich bei den Vertretern aus der oberen Preisklasse die Einstellungen speichern, was bei älteren und auch bei neueren Preisgünstigen Synthesizern nicht der Fall ist. Hier bleibt einem nur die Möglichkeit die Einstellungen auf einem Blatt aufzumalen oder das ganze zu fotografieren.Es gibt diese Geräte als Rack – Synthesizer, als Tischgeräte mit Keyboard oder mit eingebauten Sequenzer. Die meisten Verfügen auch über Steuerspannungseingänge und –ausgänge. Man hat hiermit die Möglichkeit mehrere kompatible Geräte zusammenzuschließen, oder sie in ein Modularsystem einzubinden.

weiter>>>

<<<zurück